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sauer aufgestoßen

Heute steht eine Familienfeier an. Und ich will nicht hin.

Spätestens seit gestern widerstrebt es mir total dort hin zu fahren.
Alle sind da, alle die ich seit ein paar Monaten nicht mehr gesehen habe. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen, meine Freundin (die ja nicht einmal mit ihnen verwandt ist) alleine dort hin schicken, mir eine dubiose Krankheit ausdenken, warum ich nicht dort hin kann. Doch mir fällt nichts ein.

Nicht auszudenken brauche ich mir mein Sodbrennen, es bringt mich heute fast um den Verstand, halte es kaum aus, habe das Gefühl mich bald übergeben zu müssen. Atme tief ein und aus ... um dann festzustellen, dass das auch nichts nützt.

Da hätte ich doch einen Grund.
Aber so wie jeder mal einen "schlechten Tag" hat, hat auch jeder mal Sodbrennen. Kein Grund also, mir deshalb das Recht herauszunehmen zu Hause zu bleiben.

Depression ( also nur ein paar "schlechte Tage" ) und Sodbrennen, was ist das schon!?!

1.8.09 12:23, kommentieren

total normal

Nach einer Tablette ging es mir dann am Samstag doch wieder einigermaßen gut.

Andere hatten Wichtigeres zu erzählen und für mich interessierte sich zum Glück so gut wie niemand.

Abends sind meine Freundin und ich dann noch etwas feiern gegangen. Hatten unseren Spaß.

Und auch gestern war es zwar ein ruhiger, aber nicht zu schlechter Tag.

Ja, ich fühlte mich fast schon wieder "total normal".

3.8.09 11:38, kommentieren

erweiterte Diagnose

Heute habe ich für den Konsiliar-Bericht einen Zettel bekommen, auf welchem meine Diagnose steht.

Und was soll ich sagen, die Diagnose ist ausführlicher geworden.

Zur Depression ist jetzt auch noch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (schizoid, selbstunsicher) hinzu gekommen.

Jedoch kann man mir sowas nicht nur einfach sagen (oder schreiben) und ich nehme es einfach so hin, nein, natürlich habe ich nachgelesen ... und ich befürchte ich muss diesem Bild, das meine Therapeutin von mir durch die Tests und Gespräche bekommen hat, leider zustimmen.

Es passt einfach zu genau.

Na super, und jetzt? Nur wenn man weiß was man hat, kann man es auch angehen, oder? Aber irgendwie nimmt mich das doch mit! Auch wenn eine Diagnose ja jetzt keinen anderen Menschen aus mir macht und ich immer noch die Gleiche bin.

3.8.09 21:05, kommentieren

einschlafen ...

... und nie wieder aufwachen, das will ich.

Ein simpler Wunsch, so schwer zu erfüllen :-(

6.8.09 15:20, kommentieren

ewiges Leben

Ich erwarte seit Tagen ein Päckchen, also ging ich gerade ganz unbedarft zur Tür, benutzte die Gegensprechanlage nicht, drückte auf, und da standen sie vor mir, die Zeugen Jehovas.

Einen kleinen Flyer, trotz sofortiger Abwehr meinerseits, haben sie mir trotzdem zugesteckt.

Am Ende steht dort, dass man nur Gottes Willen tun muss und man bleibt immerdar.

Zum Glück glaube ich nicht an ein Leben nach dem Tod!

Gerade diese Vorstellung fände ich ganz schrecklich, ist doch der Tod in der letzten Zeit, gedanklich und gefühlsmäßig für mich immer häufiger ein endgültiges, erstebenswertes weil erlösendes Ziel, ja ein Ende.

Gut, laut dieses Flyers brauche ich ja nur anfangen zu glauben und zu beten und nach den Worten der Bibel zu leben, damit ich keine Qualen, Trauer, Scherz oder sonstwas Schreckliches mehr fühle oder denke, doch das will ich nicht.

Da glaube ich doch eher an die Kraft der modernen Medizin (und Tabletten), die mich wieder auf die Beine bringen wird, als an einen Gott. Ja, da glaube ich sogar eher, dass ich auch ohne Medizin wieder fit werde.

Wenn jemand dran glauben will, ok, soll er das tun und glücklich werden, für mich ist das nichts!

1 Kommentar 7.8.09 10:09, kommentieren

Negativ-Trend

Und der Trend, was mein Gewicht angeht, setzt sich fort.

Mittlerweile habe ich einen BMI von 32,8.
Normal wäre in meinem Alter ein BMI von 25.

Zum letzten Jahr habe ich somit ziemlich genau 10 kg zugenommen, davon alleine 6,6 kg seit Beginn meiner aktuellen depressiven Phase (also seit Anfang Juni).

Aber ich bin ja auch selbst Schuld!

Mittlerweile gehe ich nicht mal mehr auf unsere Terrasse, da mich ja die Nachbarn dort sehen könnten.
Heute war ich das erste Mal seit Anfang letzter Woche draußen. Und ich bin froh, dass ich morgen den ganzen Tag alleine sein werde und somit nicht "gezwungen" werde nochmal vor die Tür zu müssen.

10.8.09 17:50, kommentieren

Regen

Es regnet und ich bin richtig froh und erleichtert.

Habe ich doch so nach Tagen voller Sonnenschein endlich mal einen "offensichtlichen" Grund nicht nach draußen zu wollen.

11.8.09 10:49, kommentieren

an der Luft

Ich war tatsächlich nach einer Woche komplett in der Wohnung gestern und heute draußen.

Gestern nur für meine Freundin, die schon nicht mehr wusste, wie sie mit mir und meinem "Dahin-Vegetieren" klarkommen sollte, als Zeichen des guten Willens (und es tat tatsächlich gut, abgesehen davon, dass mein Knie von der ungewohnten Belastung anschwoll) und heute zum Arzt.

Jetzt habe ich jedoch Angst, dass am Wochenende zu viel von mir verlangt wird, weil es mir doch "anscheinend" wieder gut geht. Ich nicht mehr sagen "darf", dass ich nichts unternehmen will, höchstens auf der Terrasse sitzen will (wenn es denn dann der Fall sein sollte).

Mal abwarten, ich sollte nicht immer gleich das Schlimmste erwarten und die Tage erst einmal auf mich zukommen lassen.

14.8.09 14:24, kommentieren

und es ist wieder vorbei

Zwei gute Tage und heute bin ich wieder genauso schlecht drauf wie zuvor.

Vielleicht sollte ich mich freuen, dass es zumindest zwei gute Tage waren und nicht durchgängig schlecht, aber was macht das für einen Unterschied?

Sobald es mir schlecht geht, erinnere ich mich nicht mehr wie es sich angefühlt hat als es gut war.

15.8.09 12:07, kommentieren

virtuelles Ich

Auf der weltbekannten, mal etwas bewegungsintensiveren auch von Frauen gern gekauften Spielekonsole, welche sich seit ein paar Monaten auch in meinem Besitz befindet, habe ich dank des Fitness-Bretts (seit dieser Woche endlich auch meins) und dazu gehörigem Programm jetzt auf dem Bildschirm sehen können wie fett ich geworden bin.

Dieses Ding hat mich gewogen, ich habe meine Maße eingegeben und die Berechnung des BMI wurde mir mit einem "virtuellen Ich" optisch aufbereitet präsentiert.

Schrecklich!

Das lässt mich gleich wieder zu den Schoko-Dragees greifen, aus Frust.
Und jedes dadurch neu entstandene Gramm wird mir präsentiert werden, da ich das Brett nicht überlisten kann.

16.8.09 18:14, kommentieren