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dahin vegetieren

Ich vegetiere in den letzten Wochen so vor mich hin.

Nach meiner Krankschreibung in der Schulzeit, bin ich jetzt in den Ferien krank geschrieben.
Das einzig Positive: mein Arbeitgeber zahlt die Lohnfortzahlung (und damit bin ich tatsächlich die einzige meiner Kollegen, die diesen "Luxus" genießen kann).

Ein einziges Auf und Ab meiner Stimmung, einige wenige richtig gute Tage, ein paar mehr ganz schlechte und der Rest ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Immer wieder ganz kurz vor dem Aufgeben und dann ganz plötzlich mit einer neuen Idee, die mich aus der Lethargie reißt.

Morgen ist meine Therapeutin nach 3 Wochen Urlaub wieder da, vielleicht bekomme ich dadurch wieder etwas mehr "Schwung" in mein Leben.

Und da wären ja auch noch die ca. 6 Klausuren, die ich nachschreiben muss. Eine Angst, die die ganze Zeit im Nacken sitzt.

2 Kommentare 9.8.10 21:19, kommentieren

Depression = Egoismus?

Ist es egoistisch von mir hier, wie im letzten Eintrag schon gesagt, vor mich hin zu vegetieren? Nicht zu lernen, meiner Freundin damit Angst zu machen? Angst, dass ich meine Ausbildung nicht schaffen werde, weil ich nichts mache.

Ist Depression auch Egoismus?
Sich nur um sich und seine Sorgen zu kümmern, wenn man es überhaupt "kümmern" nennen kann, denn dann wäre es doch wohl eher ein aktiver Prozess, den ich anstoßen könnte.
Also mich in meinem Kummer zu suhlen?

"Sekundärer Krankheitsgewinn", so ein Begriff, den ich schon öfter gelesen habe.
Durch die Depression ist es augenscheinlich ok nichts zu tun, zu jammern, anderen Aufgaben zu übertragen, es sich "gut gehen zu lassen". Genieße ich das unterbewusst und bin dadurch doch noch um einiges egoistischer als ich wahrhaben möchte?

Vielleicht habe ich mich durch die letzten Jahre so sehr dran gewöhnt depressiv zu sein, dass ich gar nichts anderes mehr will. Ja, dass es leichter ist depressiv durch die Welt zu schleichen, statt etwas dagegen zu tun. Aktiv zu werden. Weniger egoistisch. Sich auch um die anderen um einen herum zu kümmern?

Dadurch dass sie mich egoistisch genannt hat, hat sie genau in die Kerbe getroffen, die ich mir selbst immer schon vorwerfe. Nämlich nicht krank zu sein, sondern nur faul und bequem.

Genau so, wie es die meisten Mitmenschen sehen, die sich noch nie so gefühlt haben, wie ich es die meiste Zeit tue. Schlecht, depressiv, voller Schuldgefühle, hoffnungslos, ängstlich, nichts wert ... die Liste könnte man noch fortführen.

Aber nein, ich bin ja egoistisch und faul ... so viel leichter ist mir das zu glauben, als mir einzugestehen, dass ich krank sein soll.

Sonst würden ja auch die Medikamente besser anschlagen, meinen Antrieb steigern, meine Stimmung heben, mich dazu bringen, wenigstens etwas für mich und mein Leben zu tun.

8 Kommentare 12.8.10 13:29, kommentieren

Therapie = Erpressung?

Gestern hatte ich wieder eine Stunde und fühlte mich am Ende ziemlich erpresst.

Entweder Sie machen das, oder ich muss davon ausgehen, dass Sie Ihre Depression behalten wollen. Und dann ist die nächste Stunde unsere letzte Stunde, denn dann hat die Therapie keinen Sinn mehr.

Mehr möchte ich gerade nicht zur Stunde schreiben (ich sage nur "Sekundärer Krankheitsgewinn" ) .
Sie hatte mit dem meisten Recht, was Sie in der Stunde sagte, und es ist bestimmt gut auch mal "Klartext" mit mir zu reden (da ich sonst wohl wirklich nichts machen würde), aber ich war nach der Stunde echt wütend, traurig, durcheinander ...

Vielleicht die erste Stunde, die wirklich was gebracht hat ... aber jetzt hab ich das Gefühl nicht mehr hin zu können, aus Wut, aus Trotz, aus dem Gefühl heraus, dass Sie kein Recht haben soll.

Und es geht richtig gegen meine Natur jetzt nicht "dicht zu machen" und "abzuhauen".

4 Kommentare 18.8.10 11:30, kommentieren

auf Anfang

Ich war mir nicht sicher, ob Sie heute kommen.

Ich mir auch nicht.

 

Die Stunde heute war ok, ich bin ehrlich gewesen, habe meine Hausaufgaben gemacht und bin im Endeffekt doch ganz froh, den Mut aufgebracht und meinen normalerweise auftretenden "Trotz" überwunden zu haben.

Und außerdem war ich heute das erste Mal seit 2 Monaten in der Schule. Dass heute der erste Tag nach den Ferien war machte es doch etwas leichter.

Es kann also langsam wieder aufwärts gehen, zumindest hoffe ich, dass es so ein (Neu-)Anfang ist!

2 Kommentare 23.8.10 22:17, kommentieren

Knie-OP

Hallo liebe Leute,

leider muss ich am Montag ins Krankenhaus und mir wird ein Geschwür aus dem Knie entfernt.

Angst habe ich momentan schon, vor allem davor, dass es bösartig sein könnte. Aber so weit will ich jetzt erst einmal nicht denken.

Erst einmal hoffe ich, dass dann endlich die Schmerzen und Schwellungen aufhören (die ich seit über 2 Jahren habe) und es sich gelohnt hat hartnäckig zum Arzt zu gehen, statt mich immer nur auf eine Bandage einzulassen (auch diesmal wollte man mir zuerst nur Krankengymnastik verschreiben).

Gestern wurde dann aber endlich mal richtig genau auf die schon ein halbes Jahr vorliegenden Bilder geguckt und etwas gesehen, "das da nicht hingehört".

Drückt mir die Daumen!

2 Kommentare 28.8.10 17:13, kommentieren